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24. Januar 2012

Reha-Therapie direkt vor der Haustüre

Patienten möglichst weit in die Selbstständigkeit zu entlassen, das ist das Ziel im Bad Wimpfener SRH-Gesundheitszentrum in der vor wenigen Monaten aufgebauten Neurologie-Abteilung. Dies gilt für die häufigste Gruppe, die der Schlaganfall-Patienten genauso wie für Menschen, die Schädel-Hirn-Verletzungen erlitten haben oder etwa an Multiple Sklerose erkrankt sind.
Ihnen gemeinsam ist, dass sie Probleme bei Motorik, Wahrnehmung, Sprache und Sprechen, Schlucken oder beider hirnorganischen Leistungsfähigkeit haben. Fähigkeiten, die früher selbstverständlich waren, wie beispielsweise Sprechen oder Laufen, sind verloren gegangen und müssen mühsam wieder gelernt und trainiert werden.

Im Oktober 2011 startete die SRH-Neurologie für Rehapatienten. „Diese Abteilung ist entstanden, um den Bedarf von Heilbronn und der Region zu decken", erklärt Prof. Dr. Volker Hömberg, Chefarzt in der Neurologie. Es ist für den renommierten Neurologen bereits die zehnte Klinik, die er mit aufbaut. Für viele Patienten aus der Region ist es eine Erleichterung, dass sie zur Reha nicht mehr eine so weite Strecke fahren müssen.

Verweildauer Zeit spielt in der Rehabilitation nach wie vor eine große Rolle: Im Vergleich zu früher ist die Verweildauer für Reha-Patienten in der Klinik extrem verkürzt. Heute werden Patienten in Bad Wimpfen intensiv und parallel mit unterschiedlichen Ansätzen versehen. Der leitende Abteilungsarzt Dr. Werner Nickels erklärt das so: „Die Therapeuten müssen aus einem großen Kasten mit Schubladen voller Therapieinhalte alles rausholen, um das Therapieziel zu erreichen. Das funktioniert nicht, wenn man nur eine dieser Therapien macht.“

Individualität Das Therapieziel richtet sich an den individuellen Bedürfnissen der Patienten aus, und es kommen nur Therapien zum Zug, bei denen bewiesen ist, dass sie wirken (evidenzbasierte Medizin). „Und das sind nicht nur solche Therapien, die von außen an den Patienten herangetragen werden oder wenn Therapeuten nach der Bobath- oder Vojta-Methode Hand an ihm anlegen“, erklärt Nickels. Beispiel Sprachtherapie: Hier werden die Patienten durch kommunikative Sprachspiele herausgefordert, so viel Sprache wie nur möglich zu benutzen. „Auf diese Weise wird das Gehirn aus der Umgebung heraus stimuliert, sich kommunikativ wieder besser aufzurüsten“, erklärt Hömberg. Denn das Gehirn ist in der Lage, Teile, die durch Krankheit oder nach einem Unfall beschädigt worden sind, zu ersetzen.

Für die Zukunft schwebt Hömberg vor: „Eine Reha-Umgebung, die während des ganzen Tages funktioniert, in dem sie Anregungen aber auch Erholungsmöglichkeiten bietet.“ Patienten finden Materialien oder einen Computer in ihrem Zimmer vor. „Sie sind dauernd in einem Therapieschema drin, und das Schönste ist, sie merken es nicht.“

Quelle: Heilbronner Stimme