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4. Januar 2012

Bettenhaus für 18 Millionen Euro

Bad Wimpfen Der SRH-Konzern (Stiftung Rehabilitation Heidelberg) beabsichtigt 18 Millionen Euro in den Standort Bad Wimpfen zu investieren. Vorgesehen ist ein Gebäudekomplex mit 220 Betten. Das bisherige Haus Osterberg mit 204 Betten wird dann voraussichtlich nicht mehr genutzt. Bis Herbst 2012 soll die Planung stehen, nach dem Bau 2013 soll das Haus 2014 in Betrieb gehen: Das ist die vom Management angepeilte Zeitschiene.

Zufrieden Die Rehabilitations-Einrichtung stellt sich neu auf. Der geplante Neubau ist die Konsequenz der im vergangenen Jahr aufgebauten neurologischen Abteilung. 1,5 Millionen Euro hatte deren Aufbau gekostet und bislang 48 Vollzeit-Arbeitsplätze geschaffen − 60 sollen es werden. Volker Kull, Geschäftsführer des SRH-Gesundheitszentrums Bad Wimpfen, ist rundum zufrieden. "2011 war ein wunderbares Jahr", sagt der 54-Jährige. Und das, nachdem die Reha-Klinik 2010 mit einem Fehlbetrag von 911 907 Euro geschlossen hatte. Streik in den Akutkrankenhäusern und dadurch weniger Zuweisungen hatten für gewaltigen Umsatzverlust gesorgt.

Nun geht es aufwärts: Zwar könnten die derzeit 327 Betten nicht mehr mit Patienten der Orthopädie und Kardiologie belegt werden. Doch mit dem neuen Schwerpunkt Neurologie hat sich das Zentrum breiter aufgestellt. "Es hätte sonst nur die Möglichkeit gegeben, sich zu verkleinern", sagt Kull. Insgesamt steigt die Bettenzahl von 327 auf 350, in der Orthopädie reduziert sich die Zahl um 44 auf 160, in der Kardiologie um 23 auf 110. Die Neurologie soll 80 Schlafstätten bieten. Plätze für Onkologie und Atemwegserkrankungen wurden gestrichen.

Seit der Eröffnung der neurologischen Rehabilitation im Oktober kommen zu 80 Prozent Schlaganfall-Patienten, 15 Prozent leiden an den Folgen eines Schädel-Hirn-Traumas etwa nach einem Unfall. Auch die ersten Anmeldungen von Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Multipler Sklerose sind dabei.

Versorgungslücke
Mit der Neurologie schließt Wimpfen eine Versorgungslücke. Bislang mussten Betroffene weit fahren, etwa in den Schwarzwald oder an den Bodensee, um wieder auf die Beine zu kommen. Das Einzugsgebiet umfasst Heilbronn, Sinsheim, Mosbach, Schwäbisch Hall und Ludwigsburg.
"Wir hatten geplant, im Oktober mit 15 Betten zu beginnen, um nach und nach auf 30 hochzufahren. Doch die Nachfrage war überwältigend. Wir wurden überrannt", sagt Kull. Inzwischen versorgt das Zentrum 45 Patienten in der Neurologie. "Wir könnten jetzt schon 60 Betten belegen." Dieser nächste Schritt ist für April geplant, 2014 sollen es 80 Betten sein. "80 Prozent der Schlaganfall-Patienten sind über 60 Jahre alt", sagt Volker Kull, der die Zusammenarbeit mit den SLK-Kliniken lobt. Dass bereits Ärzte des Gesundheitszentrums in der Neurologie des Heilbronner Gesundbrunnens hospitiert haben, ist der Anfang: Auch Therapeuten und Pflegepersonal werden die gegenseitigen Arbeitsbedingungen kennenlernen.

Stiftung Rehabilitation Gesellschafter des Gesundheitszentrums sind zu 25 Prozent die Stadt Bad Wimpfen und zu 75 Prozent die Stiftung Rehabilitation Heidelberg (SRH). Der Unternehmensverbund mit 8000 Mitarbeitern ist ein auf Bildung und Gesundheit spezialisierter Dienstleistungskonzern, der Hochschulen, Bildungszentren, Schulen und Krankenhäuser betreibt. Eigentümer ist die SRH Holding, eine gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Heidelberg.

Quelle: Heilbronner Stimme, Petra Müller-Kromer