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Fachabteilung Neurologie

Therapiebausteine

Zur Mobilisierung unserer Patienten nutzen wir neben den klassischen Rehabilitationstherapien auch Therapieroboter, neuromodulatorische Simulationstechniken sowie computerunterstützte kognitive Therapiesysteme, die auf dem aktuellen Wissensstand der neurologischen Forschung auf Gebieten wie der Motorik, Wahrnehmung, Schlucken, Sprache und Sprechen basieren.

Im Rahmen wissenschaftlicher Projekte mit Kooperationspartnern innerhalb des SRH Konzerns sowie anderen Partnern im In- und Ausland entwickeln wir unsere therapeutischen Angebote stetig weiter.

Therapeuten vieler Disziplinen arbeiten in Bad Wimpfen Hand in Hand mit Ärzten und Pflegepersonal für einen optimalen Erfolg. Nach individuell ausgearbeiteten Therapieplänen erhält jeder Patient ein individuell auf seine Ressourcen und Defizite angepasstes Rehabilitationsprogramm.

Folgende Therapiebausteine stehen zur Verfügung

Kognitive und emotionale Therapie

Aufmerksamkeit, Gedächtnis - unsere Neuropsychologen klären in einer detaillierten Diagnostik, ob und in welchem Ausmaß bei Patienten eine kognitive Störung vorliegt. Oft haben Patienten mit neurologischen Erkrankungen auch emotionale Probleme. Diese reichen von depressiven Verstimmungen bis zu Störungen der Verkennung der Wirklichkeit. Durch geeignete therapeutische Maßnahmen, die häufig von computergestütztem Training ergänzt werden können, erfolgt eine gezielte Behandlung. Darüber hinaus unterstützen wir unsere Patienten und ihre Angehörigen bei der Bewältigung der neuen Lebenssituation.

Schwerpunkte der neuropsychologischen Therapie sind:

  • Aufmerksamkeitsdefizite
  • Störungen der Gedächtnisleistungen
  • Defizite im Bereich der exekutiven Leistungen (Handlungsplanung)
  • Gesichtsfeldeinschränkungen
  • Neglect
  • Störungen im Bereich von Erleben und Verhalten

Bei der Therapie werden auch computergestützte Verfahren eingesetzt (z. B. RehaCom, Fresh Minder).

Schlucktherapie

  • Videoendoskopische Dysphagiediagnostik bei Schluckstörungen
  • Therapie von Schluckstörungen durch Restituion, Kompensation und Adaption

Im Mittelpunkt der Schlucktherapie steht das sichere Essen und Trinken. Solange noch Probleme dabei bestehen, bekommen Sie eine Kostform, die Sie sicher schlucken können und es werden Kompensationsstrategien trainiert. Durch gezielte Übungen wird eine bessere Schluckfunktion erreicht, damit Sie wieder gefahrlos essen und trinken können.

Sprach-, Sprech- und Stimmtherapie

  • standardisierte Aphasiediagnostik bei Sprachstörungen
  • Sprach- und Sprechtherapie in Einzel- und Gruppensitzungen

Ziel dieser Therapie ist es, die Kommunikationsfähigkeit und damit die Selbstständigkeit im alltäglichen Leben zu steigern. Dazu gehört das Training der sprachlichen Fähigkeiten - Sprache verstehen und produzieren, Lesen und Schreiben - sowie einer deutlichen Aussprache und einer kräftigen Stimme. Sie erhalten in Einzel- und Gruppentherapien eine spezifische Behandlung der betroffenen Bereiche.

Motorische Therapie

Störungen der Bewegungsfähigkeit stehen für Patienten häufig ganz im Vordergrund ihrer Wahrnehmung. Wir setzen die modernsten motorischen Therapieformen ein. Viele werden dabei in Gruppen erarbeitet. So können quasi spielerisch Funktionen wieder geübt werden.

Die Mototherapie setzt sich aus einem Team von Ergotherapeuten und Physiotherapeuten zusammen. Schwerpunkte der Therapie sind das Training funktioneller Bewegungsabläufe der oberen und unteren Extremität und die Förderung alltagsrelevanter Kompetenzen in Gruppen- und Einzeltherapie.

Behandelt wird nach folgenden Konzepten:

  • Arm-Basis-Training zur Anbahnung von Bewegungen bei schwerstbetroffenen Patienten
  • Forced-Use-Therapie zur Förderung des verstärkten Einsatzes der betroffenen oberen Extremität
  • Armfähigkeitstraining zur Verfeinerung von Bewegungsabläufen

Alltagsrelevante Kompetenzen, die Selbständigkeit im Alltag werden durch die Therapieangebote Frühstückstraining, Anziehtraining, Kochtraining und die Sturzprophylaxe abgedeckt.

In der Gesangsgruppe, die sich aus einem Team aus Ergotherapeuten und Logopäden zusammensetzt werden die Sprache und Stimme geschult, Kommunikation und soziale Kontakte gefördert.

Des Weiteren werden durch den Einsatz der computergestützten Therapie (z.B. Lokomat®, Armeo®) Bewegungsabläufe durch Repetition weiter verfestigt.
Ein Interview mit Prof. Volker Hömberg sowie Details zur computer- und robotergestützten Therapie finden Sie hier

In enger Zusammenarbeit mit einem Sanitätshaus findet eine dem Therapieverlauf und der Erkrankung entsprechende Hilfsmittel- und Orthesenversorgung sowie eine Beratung der Angehörigen durch das Therapeutenteam statt.